Werkzeug

Deine Mental-Load-Inventur

Wir wissen, dass da viel ist. Aber wie viel genau, und wo es sitzt, wissen wir selten. Diese Übung macht die Arbeit sichtbar, die niemand sieht, auch du selbst nicht. Am Ende kreist du eine einzige Sache ein, die du abgeben willst.

  • 4 Teile
  • ca. 1 Stunde, am besten nach 3 Tagen Notizen
  • mit KI oder auf Papier
Illustration: Eine Frau mit langen dunklen Haaren trägt einen hohen Stapel aus bunten Kartons und Büchern, hinter dem nur ihre Augen hervorschauen. Daneben steht eine blaue Vase mit orangen Blumen.

Worum es geht

Mental Load hat drei Schichten. Die kognitive ist das Planen, Erinnern und Vorausdenken: „Sie braucht bald Größe 98." Die operative ist das Ausführen: Hose kaufen, Wäsche packen, Termin ausmachen. Die emotionale ist das Sorgen und Fühlen: Ging es ihr heute gut in der Kita?

Die Soziologin Allison Daminger hat die kognitive Schicht genauer angeschaut. Sie besteht aus vier Phasen: vorausahnen, was gebraucht wird · recherchieren, welche Möglichkeiten es gibt · entscheiden · nachhalten, ob es läuft. Vorausahnen und Nachhalten liegen in ihrer Studie vor allem bei den Frauen. Beim Entscheiden sind Männer und Frauen etwa gleich beteiligt. Sichtbar wird oft nur die Entscheidung, nicht die Arbeit davor und danach. Und diese Arbeit ist oft unsichtbar, auch für die, die sie macht.

Die Inventur zeigt dir, wie das bei dir verteilt ist. Die emotionale Schicht bleibt bei dir, und das ist kein Fehler. Die operative lässt sich verändern, die kognitive zum Teil entlasten.

Es geht nicht darum, effizienter zu werden. Manches willst du behalten, weil es dir Freude macht. Auch das darf auf die Liste.

Die vier Teile

  1. 1

    Drei Tage notieren

    Jedes Mal, wenn du an etwas denkst, das niemand sieht: kurz aufs Handy tippen. Jeder Gedanke an einen Termin, jede Sorge, jedes „ich muss noch". Auch Routinen zählen, gerade die. Lieber öfter kurz als abends aus der Erinnerung.

    Du schaffst es nicht? Dann fang trotzdem an. Die KI fragt dich nach dem, was fehlt.

    3 Tage, je ein paar Sekunden · empfohlen, nicht nötig

  2. 2

    In drei Schichten sortieren

    Ist der Eintrag kognitiv, operativ oder emotional? Den kognitiven gibst du zusätzlich eine Phase: vorausahnen, recherchieren, entscheiden oder nachhalten. Dann zählst du.

    ca. 30 Min.

  3. 3

    Hinschauen

    Wo sitzt deine Last wirklich? Nicht dort, wo du sie vermutest, sondern wo du tatsächlich jeden Tag Kraft verlierst. Welche Phasen machst vor allem du? Und was davon soll jemand sehen, auch wenn er es nicht übernehmen kann?

    ca. 15 Min.

  4. 4

    Eine Sache einkreisen

    Markiere jeden kognitiven und operativen Eintrag: teilen, abgeben, automatisieren oder behalten. Dann kreist du eine einzige Sache ein und gibst sie ganz ab: nicht nur das Tun, auch das Vorausahnen und das Nachhalten.

    ca. 15 Min.

So kannst du loslegen

Erste Seite des Arbeitsblatts: Deine Mental-Load-Inventur, Teil 1 mit Schreiblinien

Mit KI

Kopier den Prompt in ChatGPT, Claude oder eine andere KI. Wenn du notiert hast, füg deine Handynotiz unten ein. Wenn nicht, auch gut. Die KI fragt dich zuerst nach deinem Alltag und nach dem, was auf keiner Liste steht. Dann sortiert sie vor, du entscheidest.

Lieber auf Papier

Zum Ausdrucken oder direkt am Laptop oder Tablet ausfüllen: Die Felder lassen sich antippen und beschreiben, die Kästchen ankreuzen. Speichern nicht vergessen.

PDF herunterladen

Diesen Prompt hast du kopiert

Ich mache eine Mental-Load-Inventur. Ich möchte sehen, was ich für meine Familie mitdenke, erledige und mittrage, auch das, was niemand sieht, ich selbst oft eingeschlossen. Geh in 4 Schritten vor und warte nach jedem Schritt auf meine Rückmeldung: (1) Stell mir 4–5 Fragen, eine nach der anderen, um zu finden, was fehlt. Frag vor allem nach Routinen, die mir gar nicht mehr als Arbeit auffallen, und nach dem, was ich ständig nebenbei im Kopf mitverfolge. Wenn ich unten eine Notiz eingefügt habe, knüpf daran an. Wenn nicht, fang mit meinem typischen Tag an. Mach daraus dann eine Liste. (2) Sortiere jeden Eintrag in eine Schicht: kognitiv (planen, erinnern, vorausdenken), operativ (ausführen) oder emotional (sorgen, fühlen). Gib jedem kognitiven Eintrag zusätzlich eine Phase: vorausahnen (merken, was gebraucht wird), recherchieren (Möglichkeiten suchen), entscheiden oder nachhalten (prüfen, ob es läuft). Zeig mir das als Tabelle und zähl, wie viele Einträge in jeder Schicht und Phase sind. Wenn du bei einem Eintrag unsicher bist, frag mich. (3) Wo sitzt meine Last wirklich? Nicht dort, wo ich sie vermute, sondern wo ich tatsächlich Kraft verliere. Zeig mir, was sich wiederholt, welche Phasen sich bei mir sammeln und was dich an meiner Liste überrascht. Frag mich, was von der emotionalen Schicht jemand sehen soll, auch wenn er es nicht übernehmen kann. (4) Schlag mir für jeden kognitiven und operativen Eintrag eine Markierung vor: teilen (mit jemandem aufteilen), abgeben (ganz an jemand anderen), automatisieren (ein System übernimmt) oder behalten (bleibt bewusst bei mir, zum Beispiel weil es mir Freude macht). Ich entscheide selbst. Frag mich dann, welche eine Sache ich als Erstes angehen will, und hilf mir, sie ganz abzugeben: Wer ahnt künftig voraus, wer recherchiert, wer entscheidet, wer hält nach? Sei ehrlich und warm. Bewerte nicht, ob ich zu viel oder zu wenig mache, und gib mir keine Optimierungstipps. Meine Situation: [2–3 Sätze: z. B. Vollzeit, Teilzeit oder in Elternzeit, wie viele Kinder, wie ein typischer Tag grob aussieht] Meine Notiz aus den letzten Tagen (wenn du keine hast, lass diese Zeile einfach weg): [deine Notiz hier einfügen]

Tipp: Die Notiz darf chaotisch sein, mit Tippfehlern und halben Sätzen. Und auch wenn du drei Tage notiert hast, lohnen sich die Fragen. Routinen fallen einem selbst kaum auf.

Erzähl mir, was du gefunden hast

Wenn du die Inventur machst: Antworte einfach auf eine meiner Newsletter-Mails und schreib mir, welche Sache du eingekreist hast. Ich lese jede Antwort.

Newsletter abonnieren